Der Garten in der Flasche

Der angehende Phytotechnologe Robert von Bartheld bereichert Lieblingsdinge um etwas ganz Besonderes – der Biosphäre fürs Wohnzimmer. Der ›Ecoballon‹ ist ein von der Außenwelt abgeschlossenes Ökosystem, in dem sich Flora und Fauna gegenseitig mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen.

Jeder ›Ecoballon‹ ist einmalig, benötigt außer Licht keine weitere Zuwendung, und eignet sich somit nicht nur für jeden Pflanzenfreund, sondern ist auch das ideale Geschenk für liebe Mitmenschen, denen kein grüner Daumen gegeben ist.

Der Aufbau eines Flaschengartens

Eine Drainage-Schicht aus groben Steinen bewirkt, dass das Wasser sich nicht in der Erde sammelt und durch Staunässe die Wurzeln beschädigt werden.
Darüber befindet sich eine Schicht nährstoffarmer Erde, die die Pflanzen mit geringen Mengen an Nährstoffen versorgt. So wachsen die Pflanzen langsam, aber stetig.
Die Pflanzen stammen überwiegend aus tropischen Klimaten, da in der Flasche warme und feuchte Bedingungen vorherrschen. Heimische Pflanzen eignen sich somit meist nicht für einen Flaschengarten.

Das Prinzip

  • Wasser ist verteilt auf die Drainage-Schicht, die Erde und die Luft. Im ›Ecoballon‹ herrscht eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100%. Bei besonders hohem Wassergehalt, starker Einstrahlung oder Erwärmung über Zimmertemperatur verdunstet das Wasser, kondensiert an der Flasche und läuft wieder Richtung Flaschenboden.
  • Nährstoffe für das Wachstum der Pflanze sind in geringem Maße in der Erde vorhanden und werden über die Wurzeln aufgenommen. Nach einer gewissen Zeit sind die Nährstoffe im Boden ausgeschöpft und die Pflanze wirft Blätter ab. Diese werden nun von Mikroorganismen und Springschwänzen abgebaut. So werden die Nährstoffe nach einiger Zeit wieder für die Pflanze verfügbar.
  • In der Luft ist Kohlenstoffdioxid, dieses wird von der Pflanze bei der Photosynthese aufgenommen, wird jedoch bei dem Abbau von abgefallenen Blättern wieder freigesetzt.

Durch diese natürlichen Mechanismen, die genau so auch in der freien Natur ablaufen, entstehen mehrere unter sich harmonierende Kreisläufe, die zusammen das Ökosystem ›Ecoballon‹ bilden.
Ein Eingreifen ist nur anfangs und auch nur unter Umständen erforderlich.

Der Wandel

Durch den natürlichen Unterschied im Wachstumsverhalten der Pflanzen verändert sich das Aussehen des ›Ecoballon‹ langsam, aber stetig. So kann es zu Veränderungen im Aussehen der Pflanzen oder auch zum Absterben einzelner Pflanzen kommen, die der Konkurrenz der stärkeren Pflanzen in der Flasche nicht gewachsen sind.
So bleibt der ›Ecoballon‹ ein immer spannendes Projekt – Ein ganz persönliches, kleines Tropen-Ökosystem in Eurem Zuhause.

Standort und Pflege

  • Kein direktes Sonnenlicht.
  • Einen Mindestabstand von 50 cm zu Wärmequellen (z.B. Heizkörper) einhalten.
  • Wenn die Flasche stark beschlägt den Korken für einen Tag abnehmen, sodass überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann. Falls sich der Beschlag nicht bessert, weiterhin lüften, bis der Blick ins Glas wieder frei ist.
  • Beschlägt eine Seite des ›Ecoballon‹ regelmäßig, alle 3 Monate um 90° drehen.